Das Radverkehrsnetz in Schloß Holte-Stukenbrock

 

Der Radverkehr erfährt eine immer größere Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in der Straßenverkehrsordnung (StVO) wider. Hier hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Änderungen gegeben, die den Radverkehr im öffentlichen Verkehrsraum sicherer und einfacher gestalten soll.

Früher war man der Ansicht, dass es für Radfahrer speziell ausgewiesene Rad- oder Geh-/Radwege geben müsse, um diesen vom Kraftfahrverkehr fernzuhalten (sog. Radwegebenutzungspflicht). Mit der Novellierung der StVO soll der Radverkehr wieder vermehrt auf die öffentliche Straße geführt werden. Die Radverkehrsführung hängt jedoch auch von mehreren Faktoren ab. Entscheidungskriterien sind die Geschwindigkeit und Zusammensetzung des Verkehrs, die Flächenverfügbarkeit im Straßenraum, der Streckenverlauf, die Art und Häufigkeit von Einmündungen und Knotenpunkten und das Unfallgeschehen.

Dadurch ergeben sich mehrere Möglichkeiten der Radverkehrsführung, u. a. Fahrbahn, Radfahrstreifen, Schutzstreifen, benutzungspflichtige Radwege oder Fahrradstraßen.

Jedoch dürfen benutzungspflichtige Radwege nur angeordnet werden, wo es die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsablauf erfordern (innerort z. B. Straßen mit starken Kraftfahrzeugverkehr).

Anhand dieser Kriterien wurden seit 2013 die Radwegeführungen im innerörtlichen Stadtgebiet von Schloß Holte-Stukenbrock mit der Beteiligung des Straßenbaulastträgers und der Polizei begutachtet. Größtenteils ist man dabei zum Ergebnis gekommen, die Radwegebenutzungspflicht an innerörtlichen Stadtstraßen aufzuheben, teilweise mit der Freigabe für den Radverkehr, teilweise wird der Verkehr nur noch auf der Fahrbahn zugelassen. Die entsprechende Beschilderung wurde dann entfernt. Insbesondere ist auch aufgefallen, dass teilweise eine beidseitige Radwegebenutzungspflicht bestanden hat, die jedoch rechtlich nicht zulässig ist. Darüber hinaus sollen Radwege entgegen der Fahrtrichtung innerorts nicht angeordnet werden.

An den Hauptverkehrsstraßen Holter Straße, Kaunitzer Straße, Bahnhofstraße, Oerlinghauser Straße, Bielefelder Straße, Hauptstraße und Augustdorfer Straße ist man zu dem Entschluss gekommen, die Benutzungspflicht aufrecht zu erhalten, da die Kfz-Mengen zu hoch sind, um den Radfahrer auf die Fahrbahn zu lassen.

Gesetzliche Vorgaben

  • Straßenverkehrsordnung (insbes. §§ 2, 9, 41 und 45 StVO)
  • Empfehlung für Radverkehrsanlagen (ERA 2010)

 

 

Die Verkehrszeichen im Überblick

Welche Regelungen gelten und wie die Verkehrszeichen zu deuten sind, erfahren Sie in den folgenden Übersichten:

Zeichen 241: Getrennter Rad- und Fußweg

 Das Zeichen 241 StVO bedeutet eine Benutzungspflicht des Radfahrers auf der extra angelegten Nebenanlage. Das Radfahren auf der Fahrbahn ist somit nicht zulässig. "Getrennt" bedeutet, dass die Nebenanlage eine Spur für Fußgänger und eine Spur für Radfahrer hat. Dies erkennt man durch unterschiedliche Pflasterungen oder eine Markierung zwischen den beiden Spuren.

Die Breite soll in der Regel mindestens 1,50 m für den Radweg betragen. Ein Abweichen ist jedoch ausnahmsweise möglich.

Beispiele der Wegeführung in SHS:

  • Dechant-Brill-Straße

Sinnbild: Radfahrer

 Das Sinnbild "Radfahrer", auch Piktogramm genannt, bedeutet, dass die Nebenanlage als sog. Sonderweg auch für Radfahrer freigegeben ist. Das Radfahren auf der Fahrbahn ist genauso zulässig wie das Benutzen des Weges. Das Piktogramm wird in Fahrtrichtung markiert. Auch hier können Fußgänger und Radfahrer den Weg gemeinsam nutzen. Das Piktogramm erscheint auch teilweise in Kombination mit einem Fußgänger-Sinnbild. Beide Zeichen haben die gleiche Bedeutung.

Beispiele der Wegeführung in SHS:

  • Bahndamm
  • Am Furlbach/Senner Straße
  • Ostritzer Straße
  • Alte Spellerstraße
  • Helleforthstraße

 

 

 

Sinnbild: Fußgänger Radfahrer

 Das Sinnbild "Fußgänger / Radfahrer", auch Piktogramm genannt, bedeutet ebenfalls, dass die Nebenanlage als sog. Sonderweg auch für Radfahrer freigegeben ist. Das Radfahren auf der Fahrbahn ist genauso zulässig wie das Benutzen des Weges. Das Piktogramm wird in Fahrtrichtung markiert. Auch hier können Fußgänger und Radfahrer den Weg gemeinsam nutzen. Das Piktogramm erscheint auch teilweise in Kombination mit einem Fußgänger-Sinnbild. Beide Zeichen haben die gleiche Bedeutung.

Beispiele der Wegeführung in SHS:

  • Bahndamm
  • Am Furlbach/Senner Straße
  • Ostritzer Straße
  • Alte Spellerstraße
  • Helleforthstraße

 

 

Zeichen 240: Gemeinsamer Fuß- und Radweg

 Das Zeichen 240 StVO bedeutet eine Benutzungspflicht des Radfahrers auf der extra angelegten Nebenanlage. Das Radfahren auf der Fahrbahn ist somit nicht zulässig. "Gemeinsam" bedeutet, dass die Nebenanlage gleichermaßen für Fußgänger als auch für Radfahrer zu benutzen ist. Es gibt keine optische Trennung.

 Die Breite soll in der Regel mindestens 2,50 m innerorts betragen. Ein Abweichen ist jedoch ausnahmsweise möglich.

Beispiele der Wegeführung in SHS:

  • Holter Straße
  • Hauptstraße
  • Bahnhofstraße
  • Kaunitzer Straße

Zusatzzeichen 1022-10: Radfahrer frei

Das Zusatzzeichen 1022-10 StVO wird dort aufgestellt, an denen der Sonderweg entgegen der Fahrtrichtung (sog. linker Weg) freigegeben wird. Hier wird den Radfahrern auch die Wahl gelassen, den Weg zu befahren, oder die Fahrbahn zu benutzen.

Beispiele der Wegeführung in SHS:

  • Alte Spellerstraße
  • Ostritzer Straße
  • Helleforthstraße

Weitere Radwegeführungen, die in SHS Anwendung finden:

Heideblümchenstraße:

Hier ist keine Benutzungspflicht vorhanden. Die Freigabe des Sonderwegs erfolgt durch unterschiedlich gestaltete Pflasterstreifen. Dadurch ist ersichtlich, dass Radfahrer die Nebenanlage (rotes Pflaster mit Pfeilen) in Fahrtrichtung oder die Fahrbahn benutzen dürfen.

Rathausstraße:

Auf der Rathausseite ist der Weg ebenfalls unterschiedlich gepflastert, so dass den Radfahrern es frei steht, diesen Weg oder die Fahrbahn zu benutzen. Jedoch ist in Gegenrichtung der Weg mittels Zeichen 1022-10 StVO für Radfahrer ebenfalls freigeben (Schulweg). Der Weg in Fahrtrichtung Holter Straße ist jedoch nicht für Radfahrer freigeben (erst ab der Querungshilfe bis zur Einmündung Alte Spellerstraße).

Holter Straße:

Die Holter Straße stellt die Verbindung zwischen Schloß Holte und Stukenbrock dar. Jedoch ist bislang die Radwegeführung nicht durchgehend einheitlich. Das ist u. a. begründet durch fehlende Ausbaubreiten, so dass teilweise nur einseitig ein Radweg besteht.

  • zwischen Hauptstraße und Siemensweg: einseitiger Geh- / Radweg mit Zeichen 240 StVO in beide Richtungen (Benutzungspflicht)
  • zwischen Siemensweg und Rathausstraße: beidseitiger Geh- / Radweg mit Zeichen 240 StVO nur in Fahrtrichtung (Benutzungspflicht). Bei dem Fahrbahnteiler in Höhe Siemensweg ist daher eine Querung notwendig.
  • Zwischen Rathausstraße und Am Hallenbad: einseitiger Geh- / Radweg mit Zeichen 240 StVO in Fahrtrichtung Schloß Holte (Benutzungspflicht). Auf Seite Rathaus/Gymnasium ist der Weg einem Fußgänger / Radfahrer Piktogramm für Radfahrer freigegeben, um hier die Zufahrt zum Gymnasium zu erleichtern. In Fahrtrichtung Stukenbrock besteht ebenfalls durch Zeichen 240 StVO eine Benutzungspflicht.
  • Zwischen Kaunitzer Straße und Am Hallenbad: einseitiger Geh- / Radweg mit Zeichen 240 StVO in beiden Richtungen (Benutzungspflicht).
  • Zwischen Kaunitzer Straße und Schlossstraße: einseitiger Geh- / Radweg mit Zeichen 240 StVO in beiden Richtungen (Benutzungspflicht).
 Helleforthstraße:

Der Ausbau zwischen Rodenweg und Tenge-Rietberg-Straße befindet sich derzeit in der Planung. Hier sollen sog. Schutzstreifen als Angebote den Radfahrer auf die Fahrbahn leiten. Der Schutzstreifen ist mit dem Sinnbild "Radfahrer" ausgestattet und mit einer unterbrochenen Fahrbahnmarkierung getrennt. Radfahrer können diesen Weg nutzen, es ist ihnen aber auch nicht verboten die Fahrbahn zu befahren. Nur auf dem angelegten Gehweg ist das Fahren verboten.

Mergelheide:

Zwischen Holter Straße und Ostritzer Straße wurde die Benutzungspflicht aufgehoben. Radfahrer müssen auf diesem Abschnitt die Fahrbahn befahren. Zwischen Ostritzer Straße und Lange Straße wurde die Benutzungspflicht für den einseitigen Geh- / Radweg in beiden Fahrtrichtungen aufrecht erhalten, da aufgrund der unübersichtlichen Autobahnbrücke die Verkehrsführung auf der Fahrbahn zu riskant erscheint. Um nicht Querungen vor und hinter der Brücke zu erzwingen, wurde die Benutzungspflicht auf dem kompletten Teilstück beibehalten.

Tempo-30-Zonen:

Nach den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) zu § 45 StVO sind benutzungspflichtige Radwege im Tempo-30-Zonen verboten. Tempo-30-Zonen sollen ein einheitliches Bild zeigen und durch Radverkehr auf der Fahrbahn soll dem Kraftfahrer verdeutlicht werden, dass er sich in so einer Zone befindet. Zudem sind die Grundstücksausfahrten nah beieinander, was beim Befahren des Weges ein Unfallrisiko hervorruft.

Regelungen für Kinder:

Gemäß § 2 Abs. 5 StVO müssen Kinder bis zu 8 Jahren auf den Gehwegen Fahrrad fahren. Kinder bis zu 10 Jahren dürfen die Gehwege benutzen, sie können aber auch auf der Fahrbahn mit dem Fahrrad fahren. Derzeit gilt die Regelung der StVO nur für Kinder, nicht jedoch für die erwachsene Begleitung. Es wurde bereits eine Änderung der StVO angekündigt, die jedoch noch nicht umgesetzt wurde.

Ihr Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung

Fachbereich Bürgerservice und Ordnung

Pascal Lideck

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