Überraschend anders: zu Besuch bei Fotograf Engelbert Kruse

Warum wir Herrn Kruse im Rahmen unseres Blogs besuchen? Er ist ein Urgestein der Stadt, immer mit seiner Kamera unterwegs, am Boden wie in der Luft. Dabei ist es gar nicht so einfach, scharfe Bilder aus einer kleinen Cessna zu schießen, die schon auch mal absacken kann, beschreibt er die Herausforderung. Und: „Die Angst fliegt immer mit, auch nach so vielen Jahren“. Engelbert Kruse hat sich verdient gemacht durch seine vielen, facettenreichen Bilder und die Übertragung seines Archivs an die Stadt. Wir wollten wissen, was dahinter steckt. Was treibt einen Mann wie Herrn Kruse an? Was ist ihm wichtig? Was geht ihm nahe?

Der pensionierte Lehrer verbringt bis zu acht Stunden am Tag in seinem gemütlichen Keller, in dem neben einer Sofaecke vor allem Bücher stehen. Daneben befindet sich ein PC mit deutlich über 100.000 Bildern. Hier stellt er Vorführungen und Filme zusammen, schneidet, spricht ein, unterlegt mit Text und Musik. Sein aktuelles Projekt ist eine Weihnachtsvorführung, in die er vor allem Bilder aus seinen Reisen nach Jerusalem einbaut.

Im Dachgeschoss befindet sich das zweite große Foto-Refugium mit weiteren 125.000 Bildern. Nicht nur auf dem Rechner, sondern vor allem auf Dia. Herr Kruse hat mit der Digitalfotografie begonnen, als diese auf den Markt kam. Aber: die Qualität war zunächst zu schlecht, so dass er doch noch oft auf seine Leica zurückgegriffen hat und wie früher am Rädchen gedreht hat, um den Film weiterzubewegen. Daher die beeindruckende Menge an Bildern, die sich unter Beschriftungen wie „Erntedank“, „Emsfest“ oder „Kinder mit Blumen“ befindet. Wir sehen die kleinen, hinterleuchteten Dias und sind begeistert von den einzelnen Aufnahmen, von denen man sich gerne die ein oder andere auf Leinwand ziehen möchte. Aufnahmen von Tieren, von Gebäuden, von Festen, von Menschen und immer wieder von Kirchen, Heiligenbildern, Kreuzen.

„Mein Herz schlägt für die Religion“, sagt Engelbert Kruse und hält die Madonna aus Südafrika in der Hand. Und diese Tatsache zieht sich wie ein roter Faden durch unser Gespräch. Herr Kruse unterscheidet zwischen Religion und Kirche als Institution: „Die Kirche erwacht in den Seelen der Menschen“, sagt er. Er hat in seinem Leben viel gesehen. Seine vielen Reisen führten ihn in knapp fünf Erdumrundungen in viele Länder dieser Erde. Reisen, bei denen er hautnah viel Elend erlebt hat, aber auch viel Nächstenliebe. Er war immer nah dran an den Menschen, hat in Slums ebenso fotografiert wie in Kirchen und Abteien.

Sein Beruf als Lehrer an der Grundschule Stukenbrock hat ihn ebenfalls viel gelehrt. Engelbert Kruse verneigt sich tief vor Menschen, die sich für die Allgemeinheit engagieren, die etwas bewegen. Und sagt, man müsse die Kinder und Jugendlichen früh in die Vereine einbinden, ihnen Aufgaben übertragen, Verantwortung geben. Denn eins ist für Herrn Kruse besonders wichtig: "Gerede verblasst, nur Werte bleiben".

Engelbert Kruse ist ein Mensch mit feinsinnigem Humor. „Das sieht man meinem Gesicht nicht an, viele Menschen haben sich deshalb in mir gründlich verguckt“, schmunzelt er. Zwar wird er körperlich älter, aber im Geiste ist er noch fit. Gefragt nach seinen Zielen für die Zukunft, antwortet er: er möchte seine Reisen vorstellen. Möchte Menschen begeistern, von den Ländern, aber auch von den Kulturen, der Art, mit dem Leben und den Herausforderungen im Alltag umzugehen. Er hat noch viel vor. Sein unerschöpfliches Archiv kann noch etlichen beeindruckenden Ausstellungen, Vorführungen und Fotobänden dienen.

Mehr Infos:

Herr Kruse präsentiert seine Bilder gerne auch in öffentlichen Lichtbildvorträgen, zum Beispiel am 24.11.2017 um 19 Uhr im Pfarrheim Stukenbrock-Senne. Außerdem hat er zahlreiche Bildbände zusammengestellt.
Immer wieder gibt es auch eine Ausstellung mit Fotos von Engelbert Kruse im Rathaus.
Ausstellungskontakt: kultur@stadt-shs.de

Wir wollen Besonderheiten und Typisches aus der Stadt zeigen. Nicht im Hochglanzprospekt, sondern echt, ehrlich und persönlich erlebt. Wirtschaft, Familienthemen und natürlich Landschaft und Naturgenuss kommen zum Tragen.
Hierzu suchen wir Firmen, kleine und große Organisationen, Menschen und Landschaften auf, führen Gespräche, machen Fotos und/oder Videos und bereiten das Ganze als Erlebnisbericht auf.

Die Autoren des SHS-Blogs sind wir Mitarbeiterinnen aus dem Stadtmarketing, also Sandra Langer für die Fotos und Imke Heidotting für die Texte.
Wir sind in SHS und Umgebung heimisch und gehen oft und gerne mit offenen Augen durch die Stadt. Manche Themen empfinden wir als besonders teilenswert. Daher haben wir diese Seite für Sie eingerichtet, die wir nach und nach mit immer mehr unterschiedlichen Themen füllen werden.

Wir sind noch am Anfang - unser erstes Blog-Erlebnis war der Besuch beim Orchideenzuchtbetrieb Röllke vom 02.06.2017. Am 27.06. waren wir dann in der Gedenkstätte Stalag. Ganz anders, aber ebenfalls unbedingt einen Besuch wert. Die Nacht vom 21. auf den 22.07. haben wir ganz gemütlich im Schlaffass verbracht.

Es werden noch viele weitere Themen folgen - der nächste Termin steht schon fest...

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Auf unserer Liste stehen 66 mögliche Themen, vom morgendlichen Brötchenbacken über die sommerliche Bestellung von Weihnachtsdeko bis hin zum Flug über die Stadt...
Wir sind aber auch dankbar für Hinweise und Tipps zu möglichen Themen - melden Sie sich gerne!

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