Die Senne - karge Schönheit

Die Senne ist eine ganz besondere Landschaftsform: Sie ist bereits vor jahrtausenden durch Ablagerungen von Gletschern entstanden. Entdecken Sie die karge Landschaft aus Sand und einem lockeren Bewuchs aus Birken, Kiefern und Heiden!

Die Senne umfasst circa 350 Quadratkilometer zwischen Bielefeld im Norden und Paderborn im Süden von Schloß Holte-Stukenbrock. Westlich erstreckt sich die Senne bis in das Münsterland.

Die Sennelandschaft fasziniert in ihrer kargen Schönheit.

Durch die Nutzung als Truppenübungsplatz im Kern der Senne wird sie nicht bewirtschaftet und wenig überformt, so dass uns diese offene Landschaft, die Heimat vieler seltener Pflanzen- und Tierarten ist, bis heute erhalten geblieben ist.

Als Naherholungsgebiet für Touristen, Bürger und Naturliebhaber bietet die Senne eine abwechslungsreiche Landschaft. Auch Kulturhistoriker und vor allem Liebhaber regionaler Küche (Regionalmarke Senne Original!) kommen auf ihre Kosten.

Typisch für die Senne ist ihr gelber Sand. Dieser wurde mit Ablauf der Saale-Eiszeit durch Abschmelzen der Gletschermassen dort abgelagert. Das sich bildende Schmelzwasser führte große Mengen Sand des Osning-Sandsteins aus dem Teutoburger Wald mit sich, der in der Senne nun bis zu 60 Meter mächtig liegt.

Wer nun aber in der Senne eine sandige Wüstenlandschaft erwartet, wird über die Strukturvielfalt der Region staunen: In der Senne gibt es Heideflächen, Wälder und auch Moore.

Ausgedehnte Heideflächen sind inzwischen fast nur noch auf dem Truppenübungsplatz im Inneren der Senne, aber auch im angrenzenden Naturschutzgebiet Moosheide in Stukenbrock-Senne zu finden.

Die Heide entstand durch Beweidung und Plaggenwirtschaft. Die Bewohner der Senne trugen die Heide mit einem Teil des Untergrundes als sogenannte Plaggen in ihre Ställe, um im Winter Streu für ihr Vieh zu haben. Später wurden diese als guter Dünger auf die kargen Felder ausgebracht.

Der durch den Austrag der Plaggen kahle Boden wurde durch Verwehungen und Auswaschungen aber immer nährstoffärmer, so dass sich kaum mehr als Heidevegetation durchsetzen konnte.

Die Verwehungen auf dem Sandboden führten zu einer weiteren Besonderheit der schönen Sennelandschaft: Es entstanden Binnendünen, die mit die ältesten Binnendünen Nordwestdeutschlands bilden. Auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes sind Auswehungen und Dünenbildungen immer noch aktiv, in weiteren Feldern der Senne wurde dem durch Kiefer-Aufforstung entgegengewirkt.

Ausblasungswannen, also die Bereiche, aus denen der Dünensand stammt, sind Mulden, in denen sich im Laufe der Zeit Tümpel und Moore (Regenwassermoore) bilden konnten.

So entstand in der Senne eine offene und dennoch strukturreiche Landschaft, die durch ihre Besonderheiten, die kaum anderswo zu finden sind, wichtige Lebensräume selten Pflanzen und Tiere bilden.

In der Nähe der Emsquellen können Sie ein ganz besonderes Tier beobachten, wenn Sie ein wenig Glück haben. Hier befindet sich das Wildbahnprojekt Senner Pferde, auf das auch mit Infotafeln hingewiesen wird.

Die Senner, wie sie kurz genannt werden, ähneln eher den bekannten Hausrassen der Pferde als Wildpferden, sie sind relativ groß und vor allem elegant. Außerdem sind durchaus unterschiedliche Farben gängig, trotzdem gehören die Pferde in der Moosheide alle der gleichen Rasse an!

Das Projekt im Naturschutzgebiet Moosheide auf rund 15 Hektar trockenen Grasflächen ist ein Projekt des Naturschutzzentrums Senne. Das Landschaftsbild soll durch die Beweidung mit Senner Pferden erhalten bleiben. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Senner Pferde ganzjährig in der Wildbahn gehalten, danach verzichtete man aber im Winter auf die Haltung im Freien.

Die historische Pferderasse, die als eine der ältesten bekannten Pferderassen Deutschlands bezeichnet wird, hat die Landschaft der Senne bereits in vergangenen Jahrhunderten entscheidend mitgeprägt.

Wilde Pferde im Heidegebiet der Senne wurden 1160 erstmals urkundlich erwähnt. Senner galten im Mittelalter als eine begehrte Kulturrasse. Als 1493 der Bestand der Wildpferde erfasst wurde, ergab sich die Zahl von 64 Individuen, darunter 23 Mutterstuten und 18 Fohlen, was schon damals auf eine gute Fruchtbarkeit schließen lässt. Das seit dem 16. Jahrhundert existierende Gestütsgebäude, bei dem fürstlich-lippischen Jagdschloss Lopshorn in der Senne gelegen, diente der Zucht bzw. Bestandsüberwachung. Bis in das frühe 20. Jahrhundert bestand ein Wildbahngestüt. Ab Ende des 17. Jahrhunderts wurden arabische Vollblüter eingekreuzt, Ende des 18. Jahrhunderts englische Vollblüter und Anglo Araber, die bis heute den Typ der Senner Rasse mitbestimmen.

Naturschutzzentrum Senne, Projekt Wildpferde

Die Moosheide ist ein kreisübergreifendes Naturschutzgebiet mit fast 450 Hektar Größe, das sich zwischen Schloß Holte-Stukenbrock und Hövelhof befindet.

Landschaftlich wird die Moosheide vor allem von Dünen, wasserführenden Kastentälern, Feuchtwiesen sowie Trockentälern (Sandtrockenfluren) geprägt. Neben vereinzelten Ackerflächen finden sich ausgedehnte Kiefernwälder und Heideflächen. Letztere werden vor allem durch die Heidschnuckenherde der Biologischen Station Paderborner Land gepflegt.

Im Naturschutzgebiet kommen mehr als 450 verschiedene Pflanzenarten vor, darunter viele Rote Liste-Arten. Dazu zählen der Eisvogel, die Heidelerche, die Dorngrasmücke, die Uferschwalbe sowie die Kreuzkröte und die Zauneidechse.

Ein naturkundlicher Lehrpfad informiert die Besucher an 21 Stationen über das Naturschutzgebiet. Die Informationen hierzu finden Sie im passenden Flyer, den Sie beim Naturschutzzentrum Senne bestellen können.

Naturschutzzentrum Senne, Moosheide

Die Senne ist nicht uneingeschränkt durchfahr- bzw. durchwanderbar. Daher veröffentlichen wir hier neben vielen Informationen auch den Hinweis auf die Sperrzeiten, die sich durch den Betrieb des Truppenübungsplatzes ergeben.

Wenn Sie eine Tour durch die Senne planen, erkundigen Sie sich bitte rechtzeitig vorher, welche Bereiche frei sind.

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